Werkstätte: laufende Projekte und abgeschlossene Projekte der GFL

momentane Projekte

Der karikative/wirtschaftliche/fördernde Zweck des Vereins zur Aufrechterhaltung des Status wehrpolitischer Verein.

Dieser wird erzielt durch beispielsweise Auftreten in der Öffentlichkeit bei diversen Veranstaltungen, Infotage für Schulen in Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtmuseum, Aufrechterhaltung und weitere Vernetzung der Fliegerstammtische innerhalb der österreichischen Bevölkerung, uvm.

 

Projekt: Bildungsreise 2016 - abgeschlossen

Projekt: Truppenbesuch 2016 - geplant in Aigen

Projekt: Der Nikolaus kommt - Kooperationsveranstaltung - im Gange

Projekt: Ausbildungstag: Aerodynamik, Fliegen und Schall mit NMS - abgeschlossen

Projekt: Unterstützungsleistung von Buchautoren - im Gange

Projekt: Fachseminar

Projekt: Sammlung von Unterlagen der Militärluftfahrt Österreichs von Beginn an - Langzeitprojekt

Projekt: Archivieren der bereits vorhandenen Daten - Langzeitprojekt

Projekt: Erneuern der Homepage - im Gange

Projekt: Vergrößern der Angebots im Vereins-Shop - im Gange

Projekt: Restaurationsprojekt Westland WS-55 Whirlwind - im Gange

Projekt: Hilfe bei Kalendarerstellung - im Gange

Fotografien über Luftfahrzeuge und Gerät der Luftstreitkräfte gesucht

Wir bitten Sie, wenn Sie Fotografien von Luftfahrzeugen oder Geräten der Luftstreitkräfte haben, welche noch gänzlich unbekannt sind, diese an den Vorstand der GFL (austrian.air.force@gmail.com oder Postanschrift) zu übermitteln, um unser Archiv zu vervollständigen (Sie bekommen diese natürlich nach der Digitalisierung wieder unversehrt zurück!). In diesem Sinne, ziehen wir alle an denselben Strang um die Luftstreitkräfte und all ihre Interessenten bestmöglich zu fördern.

Dankeschön im Voraus


Restaurationsprojekt: Westland WS-55 Whirlwind

Seit einiger Zeit sucht die GFL nach Exponaten für Museen in Österreich, welche noch nicht ausgestellt sind bzw. in schlechten Zustand sind und verbessert gehören. Es wurde unter anderem nach dem Hubschrauber Westland WS-55 Whirlwind Ausschau gehalten. Schlussendlich wurde ein Hubschrauber in England gefunden, der in der Zukunft gegen eine ausgemusterte Alouette III des ÖBH getauscht werden kann.

 

 


Kalender 2017

air.droessler.at hat die Absicht einen Kalendar aufzulegen. Anbei ist eine Interessensbekundung, die Sie durchlesen können.


abgeschlossene Projekte


Draken Schnittmodell im Original

Ein „Saab- Draken“ in der Militärluftfahrtausstellung in Zeltweg wurde als Schnittmodell geöffnet.

In der neu eingerichteten Museumswerkstätte wurde heuer begonnen, den Draken mit der Dienstbezeichnung 12 im Rahmen einer Matura- Diplomarbeit der Höheren Bundeslehranstalt Eisenstadt, Abteilung Flugtechnik aufzuschneiden, um so den Besucherinnen und Besuchern der Militärluftfahrtausstellung einen Einblick in das „Innenleben“ eines Flugzeuges zu geben.

Ziel dieses Projektes ist es, den Besuchern einen Einblick in das verborgene Innenleben des Draken zu geben. Zu diesem Zweck wurden tausende Nieten aufgebohrt und die Beplankung abgenommen. Am Beispiel dieses durch unzähligen Quer- und Längsschnitten geöffneten Flugzeuges wird den Betrachter der grundsätzliche Konstruktionsaufbau eines Militärflugzeuges gezeigt. So werden Hydraulikleitungen, Kraftstoffleitungen, Kabelstränge, Teile des Cockpits, Spanten, die Lufteinläufe, Triebwerksauschnitte und vieles mehr anschaulich gezeigt. In der Endphase des Projektes ist auch angedacht, Teile des geöffneten Flugzeuges mittels Lichtleitungen zusätzlich zu visualisieren.   Teile des Flugzeuges werden beweglich dargestellt, um so auch die Funktionsweise beweglicher Elemente, anschaulich zu zeigen.


Saab Safir

Vorwort

Für die in Zeltweg geplante Ausstellung „Sammlung 2005“ wurde im Bereich der Fliegerwerft 2 nach einem geeigneten Bediensteten auf Werkmeisterebene gesucht, der bei der Restaurierung der vorgesehenen Saab 91D „Safir“ mitwirken sollte.

Da ich für die „Safir“ bis zu deren Ausscheidung die Qualifikation gemäß der Militärluftfahrtpersonalverordnung (MLPV) hatte und mich das Projekt sofort begeisterte, habe ich meine Mithilfe gerne zugesagt.

SAAB D91

JAN

Erkundung

Am 18. Dez. 03 war es dann so weit, wir sollten uns im Heeresgeschichtlichen Museum zur ersten Begutachtung der Luftfahrzeuge treffen. Während der Bahnfahrt von Zeltweg nach Wien gingen mir alle möglichen und unmöglichen Gedanken durch den Kopf. Man hatte über die Lagerstätte der Luftfahrzeuge gesprochen, wie über den Schatz in den Pyramiden. Ich wusste nicht, was mich dort erwarten würde und wir hatten nur Angaben darüber, wer welches Luftfahrzeug zur „Bearbeitung“ bekommen würde. Die Fliegerwerft 2 in Zeltweg sollte die letzten sich im Heeresbereich befindlichen Saab 91D wieder in einen ausstellungswürdigen Zustand bringen. Da unsere Werft von 1964 bis 1993 die Typenwerft für diese Flugzeuge war, würden wir ohne Zweifel unser Bestes geben, um diesen bedeutenden Flugzeugtyp der österreichischen Militärluftfahrt der Öffentlichkeit bei der Jubiläumsausstellung 2005 in erstklassigem Zustand zu präsentieren.


YAK-18 im HGMAls sich die riesigen Holztore im HGM erstmals öffneten, blieb unser Mund in anbetracht dessen, was wir sahen, offen. Es waren tatsächlich Meilensteine der Fliegertruppe der 2. Republik, in natürlich auf Grund der Lagermöglichkeiten stark demontierten Zustand vorhanden: YAK-18, YAK-18 11, LT-6 „Texan“ und 2 Saab 91D. Jeder kümmerte sich sofort mit glänzenden Augen um „sein“ Flugzeug. Es begann die Suche nach Tragflügeln, Seitenleitwerken, Rudern, Motoren, Kisten wurden geöffnet und enttäuscht wieder geschlossen oder sofort auf Grund des Inhalts zum richtigen Luftfahrzeug gestellt. Nach einiger Zeit hatten eigentlich alle gefunden, wonach sie suchten. Die Flugzeuge wurden vermessen, um geeignete Transportgestelle anfertigen bzw. die Transportfahrzeuge festlegen zu können.

 

Safir Transport

Nachdem alles festgehalten und notiert wurde, ging es ums Bestaunen der Luftfahrzeuge die man nicht zugeteilt bekommen hatte. Die „Texan“ war natürlich mächtig gegen die kleine „Safir“, auch die Safir vor dem HGM YAK-11, welche ebenfalls von der Fliegerwerft 2, jedoch der 2. Fachabteilung in Graz restauriert werden sollte, war ein stolzes Objekt.

So mancher hätte sich gerne ein anderes Luftfahrzeug gewünscht, da nicht nur die Größe sondern auch der vermutliche Arbeitsaufwand unterschiedlich zu sein schien. Aber es waren alle stolz, bei diesem einzigartigen Projekt der Luftstreitkräfte dabei zu sein.


Transport

Safir VerladungDas Abholen der beiden „Safir“ wurde am 14. Jänner 04 (Dienstbezeichnung 3F-SO) und 27. Jänner 03 (DBZ 3F-SW) durchgeführt. Die klimatischen Bedingungen beim Beladen entsprachen ganz den Temperaturen und der Wetterlage der Länder aus denen die Luftfahrzeuge, die wir holen sollten, stammten, aus Schweden und der Sowjetunion: Regen, Schnee, stürmischer Wind und eisige Kälte. Die Kleinteile wurden vor Ort verladen und die Luftfahrzeuge wurden, nachdem die Reifen nach Jahrzehnten wieder frisch „beatmet“ wurden, zum festgelegten Verladeplatz Historische Schmankerln auf dem Tieflader geschoben.


Die Verladung durch die Transportkompanie des Fliegerregimentes 2 verlief problemlos, da es sich um Profis handelte, die schon einige SAAB Draken Transporte zu bewältigen hatten. Am nächsten Morgen erfolgte in Zeltweg das Abladen und Zwischenlagern in der Halle IV, der ehemaligen alten Fliegerwerft 2. Aus dem Bestand der Heeresversorgungsschule bekamen wir noch die SAAB Safir 91 D mit der Kennung 3F-SP.


Restaurierung

Nun mussten wir uns entscheiden, welches Luftfahrzeug wir in welchen Zustand bringen würden. Die 3F-SW fiel für die Ausstellung gleich aus der Wertung, da sie den schlechtesten Allgemeinzustand aufwies. Kein Triebwerk, fast keine Instrumente, schlechteste Lackierung. Ihr kommt die Aufgabe zu, nach Neulackierung und entsprechenden Konservierungsarbeiten am Gelände des FlH Hinterstoisser die lange Verbundenheit dieses Typs mit dem Fliegerhorst und der Fliegerschule zu dokumentieren. Die 3F-SO befand sich in einem besseren Zustand und so fiel unsere Wahl für die Ausstellung auf diese Safir. Die 3F-SP sollte als Ersatzteillager dienen und danach auch nach Möglichkeit wiederhergestellt werden.


Safir zur RestaurierungMitte Juni war es dann so weit und wir holten die 3F-SO und 3F-SW in die Halle der Fliegerwerft 2. Wir begannen an beiden Luftfahrzeugen mit einer gründlichen Reinigung, um die weiteren Arbeiten zu beginnen.

Die „SW“ sollte, wie erwähnt, als Aufstellungsobjekt für Außen aufbereitet werden. Da die Beplankung der Tragflügel teilweise und die der Ruder ganz aus Leinen besteht, mussten die Teile an diesen Stellen mit Metall überzogen werden, um sie der Witterung aussetzen zu können.


Spenglerhandwerk war für die nächsten Wochen gefragt. Transport der Safir nach St. Michael Die Metallflächen waren jetzt teilweise blank und wir entschieden uns daher für eine Ganzlackierung (RAL1007) der „SW“. Das Abschleifen und die Grundlackierarbeiten wurden in der Fliegerwerft 2 durchgeführt. Für die Decklackierung entschieden wir uns, der professionellen Qualität und der Umwelt zuliebe, die Lackierkabine in der Kaserne St. Michael zu nutzen. Dort war schon die letzte 91D (zur Zeit als sie noch im Flugdienst stand) nach der Grundüberholung lackiert worden.


Safir zum LackierenAls die „SW“ in der Kaserne St. Michael entladen wurde, fragten viele Bedienstete, ob dieses Flugzeug hier in der Kaserne bleibt. Wir mussten sie leider enttäuschen. Da der Motor fehlte, wir aber natürlich die Luftschraube montieren mussten, war Erfindergeist gefragt. Der Originalmotor-Vorbau wurde durch eine spezielle Eigenkonstruktion „Made by FlWft 2“ ergänzt, um eine feste Aufnahme für die Luftschraubennabe zu erhalten.

Die „SW“ war die letzte Saab 91D, an der die Originallackierung noch vorhanden war. Diese wurde genau dokumentiert, um sie wieder herzustellen bzw. auf die „SO“ zu übertragen.


Safir-CockpitDas Cockpit wurde von allen verwertbaren Teilen befreit und diese durch Abdeckungen ersetzt. Wir wussten ja nicht, was wir noch alles brauchen würden.
Der Zusammenbau der Safirs gestaltete sich nicht so einfach, wie anfangs angenommen. Da für einige Tätigkeiten Spezialwerkzeug nötig war, musste dieses erst nach Angaben von Mitarbeitern der Werft, die noch auf der „Safir“ gearbeitet hatten, angefertigt bzw. von der HVS geborgt werden. Besonders der Tragflügelanbau war ohne das notwendige Spezialwerkzeug nicht möglich. Da die „SO“ von irgendjemandem, irgendwann, irgendwo zerlegt wurde, war es uns auch nicht möglich einen Großteil der erforderlichen speziellen Schrauben und Bolzen aufzufinden.


Das Altteilelager des guten alten Draken musste dafür mit Erfolg herhalten. Es wurden alle Steuerfunktionen wieder im Originalzustand hergestellt, Trimmseile neu verlegt und aus der „SP“ bzw. „SW“ alle fehlenden Teile z.B. Drehlicht, Positionslichter, Instrumente usw. original wieder an- bzw. eingebaut.


Safir in der AusstellungDie Lackierung der „SO“ war in relativ gutem Zustand und sollte nur ausgebessert bzw. in die Originallackierung gebracht werden. Die einzige größere Lackierarbeit war das Anbringen der originalen Tagesleuchtfarbe an den entsprechenden Stellen. Der markante Pfeil wurde maßgenau aufgetragen und verlieh der Maschine wieder ihre richtige Optik. Die „SW“ leistete hier sehr gute Dienste. Für das Ausbessern bzw. Anbringen der Beschriftungen gab es zum Teil noch die Original-Schrift- schablonen, ein Wegwerfen von scheinbar nicht mehr benötigten Unterlagen zahlt sich also nicht aus.

 
 Text und Bilder: Johann JANSCHITZ
 

Fiat G.46 Story

Die Geschichte

(jan) Die G.46 war das erste neue Projekt der Firma FIAT nach Beendigung des 2. Weltkrieges. Konstruiert wurde die G.46 von Giuseppe GABRIELLI, der auch der Vater anderer famoser Jagdflugzeuge des 2.Weltkieges wie der G.50 und G.55 und des Nachkriegsjets G-91 oder des Transporters G-222 war.

Der Prototyp flog zum ersten Mal am 25. Februar 1948 mit dem Piloten CATELLA am Steuer, und schon die ersten Überprüfungen brachten die exzellenten Flugcharakteristiken (Manövrierbarkeit und Kunstflugtauchlichkeit) ans Licht. Dies war vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass die G.46 von den Eindeckern, die Fiat in der letzten Kriegsphase gebaut hatte, abstammte. Die Serienproduktion begann 1949 und es wurden 223 Maschinen gebaut.


Start in TURIN 1957

Von den Flugschulen für die 1. und 2. Stufe der Ausbildung benutzt, kaufte die italienische Luftwaffe (A.M.I.) 141 Exemplare, 70 die argentinische Luftwaffe, 12 die syrische und Österreich bekam 5 Maschinen 1957 nach bezahlter Überholung als Geschenk. Sie wurden am 16.April 1957 von Turin über Treviso nach Graz überstellt und blieben in Österreich bis 1963 im Einsatz.

3A-BA S/N 155      3A-BC S/N 163      3A-BE S/N 177
3A-BB S/N 157   3A-BD S/N 172


Die Fiat G.46 in alter SchönheitEs wurden ein Einsitzer- und ein Doppelsitzer Typ und verschiedene Serien gebaut wie: G.46 1B,-2B,-3A,-3B,-4A,-4B,-5B die mit unterschiedlichen Motoren von Alfa Romeo mit 195-225 PS bestückt waren. Die G.46 2B erhielt als einzige einen D.H. Gipsy Queen 30 Motor mit 250PS.

Das A in der Bezeichnung bedeutet Einsitzer (ital.Monoposto), das B Doppelsitzer (ital. Biposto).


225 leider schlafende italienische Pferde (cavallo)Die 3A-BB mit der S/N 157, italienische Vorkennung (Matricole Militari) MM 53397 ist die Serie G.46 3B mit einem 6Zyl. Reihenmotor Alfa Romeo Motor 115 Ter mit 225 PS bei 2400 U/min, wobei die italienische Abkürzung CV für "cavallo" am Typenschild des Alfa Motors sicher schöner klingt!

Die 3A-BB ist die letzte noch vorhandene von den 1957 nach Österreich überstellten 5 Maschinen. Die letzten 40 Jahre waren sicher härter für die "Bravo Bravo" als ihre Vergangenheit als Trainer im Flugdienst, da sie diese Zeit immer unter freiem Himmel verbringen musste.


Eisiger Wintermorgen 1994Die Zeltweger Winter gelten nicht umsonst als die von der "härteren Seite". Wobei auch die regelmäßigen sommerlichen Hagelunwetter ihre Spuren hinterlassen haben. Daher wurde sie von der Fliegerwerft 2 mehreren "Renovierungen", die letzte 2001 unterzogen.

Nach der Renovierung 1997 wurde dann der Entschluss gefasst sie wieder etwas in die Luft zu bringen. Es wurde ein speziell angefertigter Bügel im Bereich des eingefahrenen Fahrwerkes befestigt um sie in eine Flugposition zu bringen.


Auch bedeckt eine Schönheit, Nov. 1999Dazu wurden die Räder abgebaut und "unbrauchbare" Längsträger entfernt, Löcher gebohrt, Stahlprofile montiert, überlackiert usw. (es würde wohl für die Ewigkeit sein!). Diese Vorgangsweise sollte uns bei der jetzigen Restaurierung einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Als im Frühjahr 2004 die Entscheidung fiel die "BB" durch die Techniker der Fliegerwerft 2 wieder restaurieren zu lassen, begannen die ersten Fragen. Um sie wieder auf den Boden zu bringen, brauchen wir Laufräder. Wer hat vor 7 Jahren die abgebauten Laufräder wo hingegeben? Alles Nachfragen half nichts. Jeder Beteiligte konnte nur kopfschüttelnd auf die anderen "Dabeigewesenen" verweisen.


Keine Spur, es blieb also nur abzuwarten ob sie, wie einige vermuteten, im Cockpit sind. Dies würden wir aber erst nach der Demontage vom Aufstellungsplatz durch die Flughafenfeuerwehr, (welche mit Ihrer Bergeerfahrung gute Dienste leistete) feststellen können.

Am 14. Juni 2004 war es dann soweit, ein "Wahrzeichen" des Fliegerhorstes, zu welchem die G.46 nach über 35 Jahren an der Kaserneneinfahrt sicher geworden war, wurde abgebaut und auf dem Bergekranwagen schwebend in die Halle IV gebracht.


Einige Teile scheinen fremd an der FiatAuf die vorbereiteten Hebeböcke gestellt, konnte mit Freude festgestellt werden, dass die Laufräder doch im Cockpit waren.

Jemand hatte damals wohl mitgedacht und die Sache doch nicht für so entgültig gehalten und eine Teilmobilisierung konnte nun in Angriff genommen werden.

Aufgeschraubte Befestigungsprofile und mächtige Befestigungsbolzen, welche sich nach Jahren nicht von ihrem Platz trennen wollten, mussten entfernt werden.

 

 

Erste Schritte zum Die Fahrwerke wurden nach Überlistung der Hydraulik ausgefahren und mittels Manschetten über die Stoßdämpferkolben gesichert.

Die Bremsen und die nun unverzichtbaren Laufräder wurden nach Zerlegung, Reinigung und Schmierung montiert.


Am Boden

Einem ersten "Bodenlauf" in Richtung Fliegerwerft 2 - Waschplatz stand bald nichts mehr im Wege. Nach gründlicher Reinigung wurde eine erste Beurteilung des Gesamtzustandes für die weitere Vorgangsweise durchgeführt.

Über die Jahre wurden bei jedem Verbesserungsversuch neue Lackschichten (und Farbtöne) aufgetragen. Diese entfernten sich jedoch immer mehr vom Original. Die neue Lackierung sollte aber auf alle Fälle wieder im Originalfarbton erfolgen.

Der größte Aufwand würde wohl das Entfernen der bei den unzähligen Restaurierungsversuchen aufgebrachten Lackschichten sein. Erste Versuche mit Abbeizmittel scheiterten kläglich.

Wohl für Beide ein erfrischender GenussWir entschieden uns daher nach Rücksprache mit MSL für eine umweltfreundliche und zeitsparende Variante, das Abstrahlen durch eine private Firma. Da anschließend eine Ganzlackierung vorgesehen war, wurden die Nachteile dieser Methode in Kauf genommen.

Bei einer ortsansässigen Firma war eine mobile Anlage vorhanden (ein Transport wäre unmöglich gewesen) und die Arbeit wurde von dieser unter Fachaufsicht zur besten Zufriedenheit durchgeführt.

Das ganze Flugzeug wurde anschließend mit der Hand nachgeschliffen um für die Grundlackierung die richtige Oberfläche zu schaffen. Keine leichte Aufgabe bei sommerlichen 30°C am Vorfeld.

Zum letzten mal im Nun waren wieder die Techniker der Fliegerwerft gefragt und hier vor allem die Spezialisten der Strukturwerkstätte (Spenglerei) der 1. Fachabteilung die mit ihrer handwerklichen Erfahrung den Luftstreitkräften schon manchen Schilling und Euro gespart haben.

Es ist immer wieder zu bewundern, wie sie Strukturteile passgenau und in Originalqualität herstellen. Längsträger, Fahrwerksklappen, Beplankungsteile usw. wurden wieder originalgetreu angefertigt.


Wir gingen der Sache auf den Grund (-Lack)

Der Lack ist ab

Make Up

Die erste Schicht des Decklackes wird aufgetragenDie nächste Frage die sich stellte war, welche Farbe hatte die "BB" eigentlich im Original?

Es gab ein einziges Farbfoto aus den frühen 60igern. Damals hatte man unter Farbfoto sicher etwas anderes verstanden als heute. Alles was nicht schwarz-weiß war, galt wohl als Farbfoto. (wie werden wohl unsere Fotos in 40 Jahren aussehen?).

Wir konnten die Farbe des Spinners, der Motorhaube und des Propellers erahnen, sonst half es uns nicht viel. Nach Befragung damaliger "Augenzeugen" wurde eine Farbe im Bereich Silber bis silbrig genannt.

 

Auftragen des matten BlendschutzlackesBeim Dampfstrahlen hatten sich einige Lackteile vom Blech gelöst, welche ich damals aufbewahrte und die jetzt mit den Farbangaben die wir erhielten ziemlich übereinstimmten. Wir fügten sie bei der Farbbestellung als Muster bei.

Die Grundlackierung und die Decklackierung wurden von der 4. Fachabteilung durchgeführt, wobei eine neue Lackierpistole, welche den Lackierstrahl ohne Sprühnebel gezielt aufbringt verwendet. Der aufgetragene Lack mit dem Originalfarbton Weißaluminium machte die "BB" plötzlich zu einer "Bella Signorina".

 

 

Auf die Kleinigkeiten kommt es anSelbst bei bis jetzt skeptischen Kollegen kam die Italienerin plötzlich gut an und die bis jetzt wirklich aufwändige Arbeit schien sich langsam zu lohnen.
Nun war endlich die Stunde unseres technischen Zeichners Erich Maier gekommen. Er ist der einzige, den ich namentlich erwähnen möchte, denn ohne seinen Einsatz von der ersten Stunde an würde die "BB" heute nicht so dastehen.
Er hatte schon vor dem Abstrahlen der Altlackschichten in mühevoller Kleinarbeit jene Schablonen original angefertigt und Maße abgenommen, mit denen jetzt alle noch erkennbar gewesenen Beschriftungen auflackiert wurden. Fahrwerksanzeigen, Aussenbordanschluß, Kraftstoffart, Abschmiernippel, keine noch so kleine Farbgebung der Warn- oder Hinweismarkierungen wurde ausgelassen.

Sogar die Lackstriche welche bei Schlitzschrauben in der Luftfahrt angebracht werden um die richtig geschlossene Stellung zu erkennen wurden aufgetragen (und es gibt viele an der Fiat).


Roll Out

Das erste Beim ersten "Roll Out" strahlte die FIAT, das Wetter und sicherlich auch alle Restaurierer.

Ein weiterer aufwändiger Arbeitsschritt war wohl das Erneuern der Cockpitverglasung. Über die Jahre hatten einige "Restaurationen" mehr Schaden als Nutzen gebracht. Die Verglasungen wurden teils mit schwarzem Lack übersprüht oder mit Folie verklebt.

Über die Jahre hatte dies zur Zerstörung des "Glases" geführt und es musste jetzt eine totale Erneuerung erfolgen. Wobei der Ausbau der "morschen" Cockpitrahmenteile bzw. das Entfernen der alten Gläser eine echte Geduldsprobe für die Durchführenden war.

 

Strukturwerkstätte FlWft2

 

 

Aufgrund der schwierigen Formen musste auch mit Wärmeofen und Formteilen gearbeitet werden. Die Warte der Strukturwerkstätte und der Kunststoffbearbeitungswerkstätte der Fliegerwerft 2 wurden ihrem Motto "geht nicht - gibt's nicht" gerecht, und wie man am Ergebnis sieht, mit wieder durchscheinendem Erfolg.


Bella Signorina, Februar 2005
Beise gesehen?! Kein Vergleich! 1957-1964


Es gibt sicherlich noch vieles zu tun, vor allem im Bereich des Cockpits wartet noch genügend Arbeit auf das Team und es wird noch viel Geduld und Erfahrung notwendig sein bis unsere letzte Italienerin wieder ganz die "Alte" ist.

Abschließend möchte ich mich noch bei den Ferialpraktikanten der Bundesfachschule für Flugtechnik in Langenlebarn, welche bei der Fliegerwerft 2 im Sommer 2004 ihre Praxiszeit absolvierten, für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken.

 

Text und Bilder: Johann JANSCHITZ

Unternehmen Fouga Magister

Der erste Tag

(sf) Am 29. März 2005 um 08.00 Uhr war es soweit: Nach vielen Telefonaten und Gesprächen, unzähligen e-mails, technischen und administrativen Abklärungen und sonstigen Vorbereitungsarbeiten hob die Hercules 8T-CC von Linz-Hörsching in Richtung Dublin ab.


Die Fouga in DublinAuftrag war der Transport der Fouga Magister CM 170 mit der irischen Dienstbezeichnung 217/Werknummer 359 für die "Sammlung 2005" von Irland nach Österreich.

Diese Maschine war als 4D-YL bis 1972 im Einsatz bei den österreichischen Luftstreitkräften. Anschließend wurde sie an das Herstellerwerk zurückverkauft, generalüberholt und schließlich als Super Magister 1975 an das Irish Air Corps verkauft. Dort flog sie bis 1997, unter anderem beim Kunstflugteam "Silver Swallows".


Die VerladungDa die Magister beim Aufbau der österr. Luftstreitkräfte eine sehr wichtige Rolle als Schulflugzeug gespielt hatte und nach dem Verkauf leider keine einzige in Österreich verblieben war, lag es also nahe, für das Jubiläumsjahr 2005 wieder eine ins Land zu bekommen.

Die ersten Gespräche zwischen Brigadegeneral Ralph James, GOC Irish Air Corps, und Generalmajor Erich Wolf waren sehr positiv und führten schließlich dazu, dass die Luftstreitkräfte die Maschine als Geschenk zum 50-Jahr-Jubiläum erhalten würden.


Der Rumpf ist verzurrtDie Landung am internationalen Flughafen Dublin erfolgte um 11.15 Uhr. Beim Rollen zum Abstellplatz konnte man schon den Rumpf und die Flügel der Magister am Tiefladeanhänger des Irish Air Corps sehen, ein erhebendes Gefühl.

Die Loadmaster der C-130 machten sich sofort an die Arbeit, der Rumpf wurde fachgerecht auf den Paletten verlastet und verzurrt und schon nach 3 Stunden war die "Herky" wieder auf ihrem Weg nach Österreich.


Der zweite Tag

Die Flächen werden verladenAm nächsten Tag, nachdem wir am Vorabend die irische Gastfreundschaft und auch das eine oder andere Pint Guinness genossen hatten, ging es an die Verladung der Flügel, der Außentanks und sonstiger Flugzeugteile in die 8T-CA.

Nach einem plangemäß verlaufenen Flug erfolgte die Landung um 17.15 Uhr und nach der Entladung machte sich ein Tieflader noch am Abend auf den Weg nach Zeltweg.


Die Verladung in HörschingDort wurde die 4D-YL von den Technikern der Fliegerwerft 2 inzwischen zusammengebaut und wird derzeit wieder in ihr ursprüngliches "Outfit" gebracht, um rechtzeitig zur Eröffnung der "Sammlung 2005" am 24. Mai wieder in altem bzw. neuem Glanz zu erstrahlen.

 

Text und Bilder: Silvan FÜGENSCHUH